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Garten aktuell

Torffrei Gärtnern – Ein Beitrag zum Umweltschutz und zur CO2-Reduktion

Siebte Veranstaltung der Vortragsreihe „Garten aktuell“ auf der Landesgartenschau Ellwangen 2026 mit Nicole Gleißner, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT Weihenstephan-Triesdorf) und Holger Braun, Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU Nürtingen-Geislingen).

Im Rahmen der „Garten aktuell“ Vortragsreihe informierten Nicole Gleißner, HSWT Weihenstephan-Triesdorf, und Holger Braun, HfWU Nürtingen-Geislingen, am 15.07.2026 die Besuchenden im Treffpunkt Grün über Möglichkeiten torffreien Gärtnerns.

Torf entsteht in Moorgebieten und ist ein riesiger Kohlenstoffspeicher. Moore speichern etwa doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder der Erde zusammen und nehmen dabei nur etwa 3 % der Erdoberfläche ein (Wald ca. 30 % Fläche). Durch die Trockenlegung und den Abbau von Torf werden viele Emissionen freigesetzt. Deshalb ist es wichtig, die intakten Moore mit ihrer einzigartigen Flora und Fauna zu schützen.

Wegen seines geringen Gewichts ist Torf weiterhin der Hauptbestandteil der gärtnerischen Blumenerden. Außerdem besitzt er die Fähigkeit, sehr viel Wasser zu speichern, wobei trotzdem genügend Luft an die Wurzeln im Boden gelangt. Da er selbst nährstoffarm ist, kann er für die einzelnen Kulturen durch Zugabe von Kalk und Dünger optimal angepasst werden.

Inzwischen gibt es verschiedene Alternativen, die im Hobbybereich und in den Gartenbaubetrieben eingesetzt werden. Allerdings müssen die Kulturverfahren den einzelnen Komponenten angepasst werden.

Ein wichtiger Ersatzstoff ist Grüngutkompost, der sehr viel Phosphor und Kalium enthält, sodass diese Nährstoffe bei der Düngung nicht mehr zugefügt werden müssen. Nachteilig ist sein hoher pH-Wert, der manchen Pflanzen die Nährstoffaufnahme erschwert.

Holzfasern sind sehr salzarm, werden aber durch Mikroorganismen zersetzt. Für diesen Zersetzungsvorgang benötigen sie Stickstoff, der den Pflanzen nicht zur Verfügung steht. Dieser muss daher dringend zugefügt werden.

Rindenhumus aus Nadelholz hat eine hohe Pufferkapazität und hält somit den pH-Wert stabil.

Kokosmark ist ein Abfallprodukt, das in den Herkunftsländern nicht weiterverwendet werden kann. Es ist gut für den Luft- und Wasserhaushalt, enthält aber sehr viel Salz, das die Qualität mindert.

Beim Einkauf dieser torffreien Erden ist es wichtig, die Liste der Inhaltsstoffe auf der Verpackung zu beachten: Optimal ist ein pH-Wert von 5,5 bis 6,5, ein Salzgehalt unter 2,5 g KCl/l und ein Stickstoffgehalt von 200 bis 350 mg. Der Kaliumgehalt ist abhängig von der Zusammensetzung: ohne Kompost/Rindenhumus sollte er unter 500 mg Kaliumoxid/l liegen, mit Kompost/Rindenhumus unter 1000 mg/l.

Gute Substrate werden trocken gelagert und nicht der direkten Sonne ausgesetzt – das kann zu Veränderungen der Qualität führen. Deshalb eingepackte Erden nicht lange lagern, sondern lieber immer wieder kleinere Mengen nachkaufen. Hochwertige Produkte weisen das RAL-Gütezeichen auf.

Für die Weiterkultur ist ein regelmäßiges Nachdüngen und häufiges Gießen mit geringeren Wassermengen wichtig. So können diese Substrate genauso gut wie Torf verwendet werden.

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