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Garten aktuell

Rosen im Garten – Verwendung und Pflege

Sechzehnte Veranstaltung der Vortragsreihe „Garten aktuell“ auf der Landesgartenschau Ellwangen 2026 mit Friedrich Eberhardt für Wagner Gärten GmbH, mit praktischen Tipps und Hinweisen zu Rosen eigenen Garten.

Rosen zählen seit Jahrhunderten zu den beliebtesten Gartenpflanzen und beweisen heute mehr denn je ihre Qualitäten als robuste und klimafreundliche Begleiter im Garten. Im Rahmen eines Fachvortrags erhielten die Teilnehmenden am 16. September von Gärtnermeister Friedrich Eberhardt interessante Einblicke in die Vermehrung, Pflege und die beeindruckende Vielfalt der unbestrittenen „Königin der Blumen“. Eberhardt ist seit 30 Jahren Besitzer der Baumschule Eberhardt, die pro Jahr ungefähr 15.000 Rosen veredelt.

Bei der Vermehrung von Rosen kommen grundsätzlich zwei Verfahren zum Einsatz. Einfache Sorten wie die Kleinstrauchrose „The Fairy“ lassen sich über Stecklinge vermehren. Weitaus häufiger erfolgt jedoch die Veredelung. Dabei wird ein sogenanntes Auge der gewünschten Rosensorte in eine zweijährige Wildrosenunterlage eingesetzt. Im darauffolgenden Jahr wird die Unterlage zurückgeschnitten, damit die veredelte Sorte kräftig austreiben kann.

Angesichts zunehmender Trockenperioden gelten Rosen als echte Klimagewinner. Dank ihrer tiefreichenden Wurzeln kommen sie auch mit längeren Trockenphasen gut zurecht und belohnen Gartenfreunde oft mit bis zu drei Blühphasen pro Jahr. Neben ihrer Blütenpracht bieten viele Sorten im Herbst mit ihren dekorativen Hagebutten zusätzlichen Zierwert. Unbehandelte Früchte können sogar in der Küche verwendet werden.

Für dauerhaft gesunde Rosen ist die richtige Sortenwahl entscheidend. Bereits beim Kauf sollte auf Qualität und Widerstandsfähigkeit geachtet werden. Besonders empfehlenswert sind Sorten mit dem ADR-Prädikat (Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung). Dieses Gütesiegel wird nur an Rosen vergeben, die sich in einem dreijährigen Prüfverfahren in neun Rosengärten durch besondere Gesundheit, Widerstandskraft und Gartenwürdigkeit auszeichnen.

Die Welt der Rosen ist außerordentlich vielfältig. Bodendeckerrosen wie die bienenfreundlichen Bienenweide-Sorten besitzen einfache, offene Blüten und werden häufig im öffentlichen Grün eingesetzt. Ebenfalls beliebt sind flach wachsende Sorten wie „Knirps“ oder die halbgefüllte Sorte „Heidetraum“.

Kletterrosen erreichen Höhen von zwei bis drei Metern und entwickeln durch regelmäßigen Schnitt eine bessere Verzweigung. Deutlich größer werden Ramblerrosen, die bis zu zehn Meter in der Höhe erreichen können. Sie blühen meist nur einmal im Jahr und können nicht geschnitten werden. Eine interessante Alternative sind Minirambler, die etwa drei bis dreieinhalb Meter hoch werden. Sie blühen nahezu durchgehend, benötigen wenig Pflege und bilden gleichzeitig attraktive Hagebutten.

Zu den Strauchrosen zählen zahlreiche robuste und vielseitige Sorten, die Höhen von bis zu zwei Metern erreichen. Besonders auffällig sind die Persischen Rosen, deren einfache Blüten in der Mitte eine charakteristische rote Zeichnung aufweisen. Sie werden etwa einen Meter hoch, blühen die gesamte Saison und setzen zahlreiche Früchte an.

Die zahlenmäßig größte Gruppe bilden Kleinstrauch-, Beet- und Polyantharosen. Sie begeistern durch ihre enorme Farben- und Formenvielfalt sowie ihre reiche und wiederholte Blüte. Edelrosen, früher als Teehybriden bekannt, zeichnen sich durch ihre großen, eleganten und stark gefüllten Blüten aus. Während ältere Sorten häufig anfällig für Krankheiten wie Rost oder Sternrußtau waren, hat die moderne Züchtung inzwischen zahlreiche widerstandsfähige Sorten hervorgebracht, die deutlich gesünder wachsen.

Für eine erfolgreiche und zugleich nachhaltige Rosenkultur kommt es neben der Pflege insbesondere auf die richtige Sortenwahl an. Rosen sollten ausreichend tief gepflanzt werden, sodass die Veredlungsstelle vollständig mit Erde bedeckt ist. Für eine gesunde Entwicklung empfiehlt sich die Düngung mit einem organischen Rosendünger im Frühjahr sowie nach der ersten Blüte. Alternativ können organisch-mineralische Dünger oder Kompost eingesetzt werden. Ein jährlicher Rückschnitt im Frühjahr fördert die Verzweigung und sorgt für einen reichen Blütenansatz. Da chemische Pflanzenschutzmittel heute kaum noch zugelassen sind, gewinnen vorbeugende Maßnahmen wie die richtige Düngung und regelmäßige Schnittpflege an Bedeutung. Wildtriebe sollten möglichst ausgerissen oder tief am Ansatz entfernt werden. Beim Nachpflanzen von Rosen ist zudem auf die sogenannte Rosenmüdigkeit zu achten: Werden neue Rosen an einen Standort gesetzt, an dem zuvor bereits Rosen standen, entwickeln sie sich häufig schlecht. In diesem Fall sollte der Boden ausgetauscht und mit humusreicher Erde, nicht Rosenerde, verbessert werden.

Attraktive Rosenbeete entstehen durch die Kombination mit passenden Begleitpflanzen. Besonders harmonisch wirken Stauden wie Prachtkerze (Gaura lindheimeri), Bergminze (Calamintha nepeta), Fetthenne (Sedum spectabile), Steppensalbei (Salvia nemorosa), Duftnessel (Agastache) oder Schleierkraut (Gypsophila „Rosenschleier“). Ergänzend sorgen Sträucher für eine verlängerte Blütezeit im Garten: Während Sternchenstrauch (Deutzia gracilis) und Zwergflieder (Syringa meyeri) bereits vor den Rosen blühen, setzen Rispenhortensie (Hydrangea paniculata), Blauraute (Perovskia), Bartblume (Caryopteris) und Mönchspfeffer (Vitex) im Spätsommer und Herbst reizvolle Akzente. Einen besonders schönen Kontrast zu weißen Rosensorten bildet die Kleine Blasenspiere (Physocarpus) mit ihrem dekorativen roten Laub und den zarten weißen Blüten.

Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, dass Rosen nicht nur durch ihre Schönheit überzeugen, sondern auch durch ihre Anpassungsfähigkeit und ökologische Bedeutung. Mit der richtigen Sortenwahl bleiben sie attraktive und langlebige Gartenpflanzen für viele Jahre.

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